Radfahren
 ist Freiheit

Lara hilft Menschen, ein Fahrrad zu finden, mit dem sie wieder selbstständig unterwegs sein können

„Gerne, auf Wiedersehen!“ Lara Roest verabschiedet ihre letzten Kunden des Tages: zwei Brüder Mitte vierzig. Einer von ihnen hat MS und möchte weiter Fahrrad fahren, der andere will ihn dabei begleiten. Gemeinsam haben sie sich für ein Duofahrrad mit Tretunterstützung entschieden. „Hast du das Lächeln gesehen? Genau dafür mache ich diesen Job“, sagt Lara. Sie ist kaufmännisch-technische Beraterin bei vanRaam und begleitet Probefahrten. „Die Menschen kommen zu uns, weil sie im Alltag beweglich bleiben wollen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.“

Laras Art steckt an. Offen, ruhig und aufmerksam – genau das brauchen viele Menschen, die zum ersten Mal ein Spezialfahrrad ausprobieren. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen im Showroom und mit den vielen Partnerhändlern im ganzen Land unterstützt sie bei der Wahl des passenden Modells. Und ja: Viele sind anfangs unsicher.

„Das kann ich gut nachvollziehen“, sagt sie. „Wir alle haben auf einem klassischen Zweirad Fahrradfahren gelernt. Das sitzt. Wenn man dann plötzlich auf ein anderes Konzept umsteigt, fühlt sich das erst einmal fremd an.“ Jeden Tag begegnet Lara ganz unterschiedlichen Menschen. „Kinder, die wieder selbstständig zur Schule fahren möchten. Menschen über fünfzig, die merken, dass ein normales Fahrrad ihnen Probleme bereitet. Und alles dazwischen“, erzählt sie. „Menschen mit neurologischen Erkrankungen, Muskelerkrankungen, beginnender Demenz oder nach einem Unfall.“


Manche fragen sich zu Beginn, ob ein Spezialfahrrad wirklich zu ihnen passt. „Diese Zweifel verschwinden oft schon nach den ersten Metern.“


Sicher und entspannt fahren
Bevor jemand aufs Fahrrad steigt, wird erst einmal gesprochen – meist bei einer Tasse Kaffee. Für Lara beginnt jede Beratung mit Zuhören. „Meine erste Frage ist immer: Warum bist du heute hier? Was ist der Grund? Gibt es Schmerzen oder Einschränkungen? Oder hast du vielleicht schon ein bestimmtes Fahrrad im Kopf?“ Danach erklärt sie Unterschiede, zeigt Funktionen und lässt ausprobieren. Auf dem Testparcours wird schnell klar, was funktioniert – und was nicht. Schritt für Schritt nähert sich Lara der passenden Lösung.


Dabei geht es selten nur um ein einzelnes Modell. Die Fahrräder werden bei vanRaam in der eigenen Manufaktur entwickelt und gebaut – und genau das eröffnet viele Möglichkeiten.


„Es kommt ganz auf die Person an“, sagt Lara. „Fuß­schalen, Spiegel, ein anderer Schalthebel oder Pedale mit Riemen? Kein Problem. Wir probieren so lange, bis jemand sicher sitzt, ruhig fährt und sich wohlfühlt.“

„Wir probieren alles aus – so lange, bis jemand sicher und entspannt auf dem Fahrrad sitzt“

Mobil bleiben und selbstständig sein
Manchmal ist das eine echte Herausforderung. Einige Menschen können kaum stehen oder sitzen – an normales Fahrradfahren ist dann nicht zu denken. Mit speziellen Sitzen sowie Rücken- oder Armstützen finden Lara und ihr Team dennoch oft eine Lösung. „Einmal war ein Kunde mit Kleinwuchs bei uns“, erinnert sie sich. „Keines unserer Standardmodelle passte. Also haben wir in der Manufaktur ein Fahrrad mit besonders niedrigem Einstieg gebaut – komplett nach Maß. Der Kunde war überglücklich. Und wir auch.“ Lara weiß: „Es geht hier um mehr als ein Fahrrad." Für viele Menschen ist Radfahren ein wichtiger Teil ihres Lebens. Es bedeutet, einkaufen zu können, Freunde zu besuchen oder einfach selbst unterwegs zu sein.„Wenn du Fahrrad fahren kannst, bleibst du unabhängig“, sagt sie. „Du bist nicht ständig auf andere angewiesen.“ Genau deshalb kommen die Menschen zu vanRaam. Sie wollen weiter selbstständig bleiben. „Wenn das mit dem bisherigen Fahrrad nicht mehr geht, suchen sie eine neue Lösung. Sie investieren in ihre Mobilität – und ich freue mich, sie auf diesem Weg begleiten zu dürfen.“ ​​​​​​​ ■